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Mein Freund, der Clown

Na, schon von den Killer-Clowns gehört? Ob Amerika, England oder Wesel: Aktuell wird unser schöner Planet von einer Welle raubender Schminkgesichter überrannt. Und wer ist Schuld? Die Werbung! Filmemacher Adam Krause hielt es nämlich für eine gute Idee, die Promo für seinen neuesten Horrorstreifen selbst zu machen: Indem er als gruseliger Clown verkleidet durch die Straßen Green Bays (USA) zog. Das ging besonders für eine Berufsgruppe leider ein wenig in die große Clownshose. Denn Mc Donald’s sieht sich genötigt, sein rotnasiges Maskottchen Ronald zumindest für den Moment zum Abschminken zu schicken. Zu groß die Angst, dass der putzige Fast Food-Clown den Menschen die Lust an der Fleisch-Attrappe verdirbt. Schade. Doch ist die Aktion von Mr. Krause aus Werbesicht jetzt als Erfolg zu werten oder nicht? Sagen Sie es uns! Wir holen uns derweil mal Karten für „Gags The Clown“!

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Schockfotos – ohne Schock?

Frühstück am Kiosk, Zeitung und Zigarette. Brangelinas Scheidungskinder, Prinzessin Charlotte und die Kardashians – nebst verfaulten Füßen. Die bunten Schachteln schmücken seit Mai nicht nur das jeweilige Logo, sondern auch noch eine weitere Verzierung.

Aber mal ehrlich, schocken die Schockbilder überhaupt? Schockierenderweise nicht, zumindest nicht den rauchenden Abnehmer. Sagt jedenfalls die Tabakindustrie. Wieso eigentlich nicht? Sind wir so abgehärtet? Unsere Reize dermaßen überflutet? Vernebelt die Sucht unser aller Sinne? Umgeben uns täglich vielleicht so viele schockierende Bilder, dass wir sie in Momenten der Suchtbefriedigung schlicht verdrängen? Sieht so aus. Und was machen wir nun mit den Bildern?

Warum nicht sammeln – im Nicotini-Album. Erste Lieblingsbilder – wie das rauchende Baby zum Beispiel – haben sich bereits etabliert. Da sind wir dabei. Wir haben schon die Lungen-OP, den fauligen Rachenraum und den impotenten Mann – bereit zum Tauschen?

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Industrie 4.0 trifft Mensch 1.0

Big Data, Industrie 4.0, Internet der Dinge – Alles kommuniziert mit allem, blitzschnell und fehlerfrei. Effizienz ohne Ende. Solange jedenfalls nicht an irgendeiner Stelle noch ein Mensch aus Fleisch und Blut beteiligt ist. Denn dessen Einfluss kann verheerend sein, wie neulich geschehen beim Wocheneinkauf im Supermarkt: Voller Einkaufswagen, lange Schlange an der Kasse. Alles aufs Laufband legen und schnell noch sechs Packungen Zigaretten dazu.

Die Kassiererin scannt alles durch – da fällt’s mir auf: die falschen Zigaretten. Zwar auch eine rote Verpackung, aber nicht die richtige Marke. Jetzt müsste die Kassiererin sie Stück für Stück wieder ausbuchen, aber dazu braucht sie die Freigabe vom Abteilungsleiter, und der ist gerade sonstwo. Das Murren in der Schlange wird vernehmlicher. Da die rettende Idee: Die Packungen der falschen und der richtigen Zigaretten kosten doch das Gleiche – kann ich die falschen nicht einfach in den Verkaufsständer zurücklegen und dafür die gleiche Menge der richtigen Marke nehmen? Na klar, die Kassiererin ist erleichtert, die Menge hinter mir beruhigt sich und alles ist gut.

Alles? Nicht ganz. Denn im Kassensystem ist der Verkauf der falschen Zigarettenmarke gespeichert. Und das hat im Zeitalter der Digitalisierung und des Straight Through Processing einige Konsequenzen für Warenwirtschaft und Logistik: Automatisch wird eine Nachbestellung der falschen Zigaretten generiert, für die dann aber kein Platz im Verkaufsständer ist, während bei der richtigen Marke Lücken klaffen. Klar, der Computer meldet ja, dass noch genügend Packungen vorhanden sind. Also Ladendiebstahl, oder was? Nun geht wegen ein paar Packungen Zigaretten die Welt der Industrie 4.0 nicht unter. Aber war ja auch nur ein Beispiel, was Mensch 1.0 anrichten kann. Und das Schlimme ist: Dafür gibt’s kein Update.

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Hej Kersten,

wir haben Streit. Wegen Dir. Besser gesagt wegen Deines Artikels. Die vorlaute Text-Praktikantin sagt, er ist grottig. Richtig wütend ist sie geworden (tsss). Der Texter sagt: Er ist super, denn viele Punkte, die Du ansprichst, stimmen einfach: Diese völlig überzogene Katalog-Welt, das Aufladen sämtlicher Lappalien mit tiefer Bedeutung (ich hab den Katalog schon weggeworfen: Sag mal an, wie werden die WC-Artikel beworben?). Eigentlich gab es sogar viele Stellen, bei denen ich herzhaft über Deinen Artikel gelacht habe, weil er so genau das Lebensgefühl unserer Generation beschreibt.

ABER. Und jetzt ist die junge Dame dran: Es ist halt Werbung! Mit Begärlig und Billy holst Du laut IKEA-Philosophie Glück in Dein Haus. Warum nicht? Über das Duzen aufregen: Wirklich? IKEA will Geld verdienen? Ei sischa! So läuft das nunmal. Das gezeichnete Bild ist völlig überzogen? War das vor 30 Jahren anders? Nur hat Dich damals eben nicht Bushido vom Cover angeblickt, sondern die homogene Kleinfamilie. Was die Leute eben sehen wollten.

Hat sie Recht? So erschreckend ihr mangelnder Idealismus und ihre Rationalität auch sind: Ein wenig schon. Der Erfolg von IKEA spricht ja schon für sich. Viel entscheidender ist doch aber – so richtig individuell leben die Semi- oder Ganz-IKEA-Verweigerer ja auch nicht, oder? Schließlich ist es 2016 nicht mehr so innovativ, sich Möbel vom Flohmarkt zu holen, wenn ich so in meine Wohnung und die anderer Altersgenossen gucke. Sieht halt nur besser aus, wa?

In diesem Sinne: Für mehr Möbelliebe in dieser Welt. Egal ob für Billy oder Yussuf!

PS: Der Vergleich Steuern zahlen vs. Flüchtlingsunterkünfte war aber schon unter aller Sau, musst Du zugeben, oder?

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Zeitlos … zumindest die Botschaft

1881 erschien das allererste Telefonbuch – 135 Jahre später kämpft der Klassiker der Informationsmedien nicht nur um seine Relevanz im digitalen Zeitalter, sondern allgemein um Aufmerksamkeit. Vor dem Hintergrund umso unverständlicher ist dann aber, warum die neue Kampagne so staubtrocken und altbacken ist? Vor allem stellt sich aber die Frage: Brauchen wir das Telefonbuch dank Google & Co. überhaupt noch? Nö, oder? Was wir aber brauchen – und das ist die leider etwas versteckte eigentliche Botschaft des Spots – ist mehr direkte Kommunikation. Nicht immer nur WhatsApp und Co. Rufen Sie doch einfach mal wieder einen lieben Menschen an. Die Oma zum Beispiel. Oder noch besser: Uns!

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Shit sells

Noch’n Lob: Dieses Mal für die Bekleidungsmarke Pact bzw. die Agentur Denizen, die deren neuesten Spot (Vorsicht: sehr grafisch!) verbrochen hat. Mit drastischen Bildern weist man darin auf die dunkle Seite der Fashion-Industrie hin. Was für den Magen des Betrachters nicht unbedingt erfreulich ist, hat einen ernsten Hintergrund. Denn Pact will nicht nur, dass sich seine Konkurrenz in die Hosen macht, sondern verweist vor allem auf deren unmenschliche und umweltfeindliche Herstellung unser aller Schlüpper und BHs. Keinesfalls geistige Diarrhoe also. Fraglich allerdings, wie viele Zuschauer überhaupt bis zum Ende kommen, um die eigentliche Botschaft zu sehen.

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Work Life Balance und so …

„Wochenendarbeit, ständiger Zeitdruck und unbezahlte Überstunden ohne Ende“ – dieses Modell ist laut W&V in vielen Agenturen Alltag. Gemeint ist damit der ungemeine Ehrgeiz, das Durchhaltevermögen und die Stressresistenz der fleißigen Agenturbienchen. Eigenschaften, die selbstverständlich sind – aber nicht 16 Stunden am Tag. Denn abends um 10 Uhr noch geniale Headlines statt Schwachfug schreiben klappt mal, aber definitiv nicht immer. In diesem Sinne: Bevor wir hier noch ähnlich peinliche Statements wie unsere Jungkreativen abgeben, machen wir lieber Feierabend. Bis Montag!

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Man muss ja auch mal freundlich sein

„Meckern ist wichtig, nett sein kann jeder“ – diesen Ausspruch des Berliner Lyrikers Robert Gilbert nehmen wir uns für den Fleischwolf gewöhnlich sehr zu Herzen. Aber weil Sommer, Verzeihung, Sommerloch ist, wollen wir heute auch mal loben. Unsere Nachbarn aus Schweden nämlich. Ikea. So schrecklich für viele ein Besuch in deren Einrichtungshäusern auch ist, so genial ist ihr neuer Spot. Der zeigt nämlich, worauf es im echten Leben abseits von Likes und Co. ankommt. Ganz ohne große Worte. Und da wir diese Meinung teilen, teilen wir sie mit Ihnen. Auch wenn wir damit der Botschaft des Clips zuwider handeln.

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Blind vor Begeisterung

Andrea Boccelli: „Time to say goodbye“, Maske, Boxen. Kenn’se, oder? Eben dieser Sänger ist das Gesicht der neuen Telekom-Kampagne. Darin werben die Herren & Damen Kollegen von Serviceplan nicht nur für das tolle europaweite Netz der Bonner. Sie beschwören auch das gesamteuropäische Gefühl herauf. Soweit, so gut. Komisch wird es allerdings, wenn Robert de Niros Synchronstimme im Clip dieses Gefühl beschreibt und feststellt: „Man kann es nicht sehen, aber man kann es nur fühlen“ – während die Kamera über das Gesicht des blinden Italieners fährt. Muss man sich erst mal trauen.

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ABM mit BILD

Kennen Sie den: Wie viele Texter braucht man für einen BILD-Werbespot? Drei. Wo da der Witz ist? Sämtliche vorgetragenen Messages sind recycelte BILD-Headlines. Nun lachen Sie schon! Machen die Kollegen von VCCP Berlin bestimmt auch, nachdem Friede die Rechnung bezahlt hat.