Weg mit der Agenda!


Sie gehört zu Präsentationen wie das Amen in der Kirche: die Agenda. Und es ist auch wirklich nichts dagegen einzuwenden, wenn ich gleich zu Beginn eines Seminars oder einer anderen Veranstaltung erfahre, wann endlich die Kaffeepause kommt. Aber die meisten Präsentationen haben doch eine ganz andere Aufgabe: Sie wollen faszinieren, begeistern, mitreißen und natürlich verkaufen. Hilft da wirklich eine Agenda?

Na klar: Sie suggeriert, dass sich da jemand strukturiert Gedanken gemacht hat und sein Thema nun konsequent abarbeitet. Das führt dann schnell zu einer buchhalterischen Agenda, so trocken wie ein Knäckebrot. Oder zu einer Agenda, die sich, man will ja schließlich noch nichts verraten, in blumiger Unverbindlichkeit ergießt. Das eine ist so wenig hilfreich wie das andere.

Also: weg mit der Agenda!

Wer schon für teures Geld tolle Bilder für den Titel der Präsentation kauft und auf den folgenden Folien ein wahres Design-Feuerwerk abbrennt, der sollte sich einen Bruch in der emotionalen Tonalität durch den Stimmungskiller „Agenda“ einfach sparen. Gönnen Sie Ihrem Publikum nicht den Rückzugsraum, nach dem spannenden Titel erst einmal ins Räsonieren zu verfallen und die Logik im Präsentationsaufbau zu analysieren. Gehen Sie gleich in medias res und füllen Sie die Dramaturgie der Präsentation mit Leben. Ganz nebenbei steigt die Aufmerksamkeit, denn keiner weiß, welche Wendungen die Präsentation noch nimmt.