Haben Sie was zu sagen? Haben Sie was zu sagen!

„Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen.“ (Marc Twain)

 

Ja, ich weiß: Wer andere zitiert, hat meist selbst nichts zu sagen. Aber dennoch: Wo, wenn nicht in der Werbung, spielt das Wort eine so gewichtige Rolle? Doch wie überzeugt man mit Worten? Was ist das große Geheimnis, um nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Response zu bekommen? Wie generiert man neue Kunden mit einer einfachen Headline? Sicher ist: SO geht es nicht.

Wissen Sie, wo der Fehler isst?

Was schiefläuft? Eigentlich alles. Wenn bereits im wichtigsten Teil – dem Betreff – ein Rechtschreibfehler zu finden ist, sinkt die Lust erheblich, sich das Mailing überhaupt weiter anzusehen. Die Folge: Klick, und ab in den Papierkorb. Regel Nummer 1 ist demnach so einfach wie eigentlich selbstverständlich: Bitte die Rechtschreibung beherrschen.

Davon abgesehen: Die Headline ist nicht gut. Denn sie erzeugt keine Aufmerksamkeit. Eine Frau, die ich vor fünf Jahren einmal gesehen habe, denkt an mich? Schmeichelhaft, hätten wir damals eine Romanze gehabt. Jedoch habe ich lediglich eines ihrer Texterseminare (!) besucht. Umso verwunderlicher, dass die Headline leider so gar nicht überzeugt. Wichtig also: Kreieren Sie Spannung vom ersten Moment an. Nicht mit falschen Versprechungen oder Clickbaiting. Sondern mit einer Aussage, die verspricht, was sie hält, und die meinen Mund dennoch in Richtung Angelhaken bringt! Doch die Headline ist nur der Anfang. Ganz im Sinne der Forschung habe ich natürlich weitergelesen.

Bitte nicht lügen

„Ich habe lange nichts von Ihnen gehört“. Ein Vorwurf als Einstieg? Jetzt sind wir dem Papierkorb schon sehr nah. Da ich schon kaum darauf reagiere, wenn Verwandte mir mit dieser Kritik auf die Nerven gehen, warum sollte ich dann ausgerechnet bei Frau B. eine Ausnahme machen? „Aber gerade denke ich an Sie…“ So? Natürlich wird in der Werbung nicht immer die volle Wahrheit gesagt. Aber ein so unglaubwürdiger Einstieg – bei vermutlich 1.000 Seminarteilnehmern pro Woche – schreckt einfach ab. „Sind Sie doch bitte so lieb und schreiben Sie mir doch einfach kurz, wie es Ihnen geht.“ Doch doch? Geschenkt. Allerdings, wie soll der Leser hier reagieren? „Hallo Frau B., danke der Nachfrage, mir geht es gut!“ Und nun? Also: Sagen Sie klar und deutlich, was Sie wollen.

Worum ging’s nochmal?

Apropos: Was will Frau B. denn nun eigentlich von mir?

Frau B. sagt, sie hat gerade an mich gedacht. Glaub ich nicht.

Frau B. sagt, sie sorgt sich um mein Wohlergehen. Ist das so?

Nein, Frau B. möchte gerne, dass ich noch ein Seminar bei ihr besuche. Nur: Warum schreibt sie das dann nicht? Natürlich muss man nicht einfach plump sagen: „Hey, Sie! Ja, genau Sie! Besuchen Sie bitte mein Seminar“. Jedoch ist der andere Weg auch nicht der richtige. In diesem Mailing wird viel geredet, aber nichts gesagt. Das ist nicht nur anstrengend, sondern führt vor allem Frau Bs. vermeintliche Kompetenz ad absurdum. Denn von einer erfolgreichen Texttrainerin sollte man doch eigentlich erwarten können, dass sie Ideen und Produkte an die Frau/den Mann bringt.

Was tun?

In unserer täglichen Praxis stehen wir oft vor dem Problem, gerade komplexe Sachverhalte nicht nur kurz und prägnant zu erklären: Wir sollen sie auch verkaufen. Genau das ist die hohe Kunst des Textens. Wenn Sie sich also bei Ihrem nächsten Mailing auch wie Frau B. fragen, warum niemand auf ihr Angebot reagiert – dann fragen Sie doch einfach die Profis. Dafür sind wir schließlich da.

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