Macht Ihr „Betreff“ betroffen?

Teil 5: Die wichtigsten Worte im Mailing

Wenn ein guter Freund Ihnen eine E-Mail schickt, ist die Betreffzeile völlig egal: Sie werden die Nachricht lesen. Handelt es sich dagegen um einen Newsletter, zu dem Sie sich irgendwann mal angemeldet haben, sieht das schon anders aus: Nehmen Sie sich gerade jetzt dafür Zeit?

Doch nur dann, wenn Sie neugierig werden. Wenn Sie den Eindruck haben, dass es sich lohnt. Genau das ist die Aufgabe der Betreffzeile, die aber allzu oft recht stiefmütterlich behandelt wird. Ein paar Beispiele:

„Webinar: Sophos UTM 9.6 – Alles, was Sie über die neue Version wissen müssen“
Viel zu lang und nichtssagend. Oder kennen Sie UTM 9.6?

„Der Staat und die Banken im krisengeprüften Europa“
Damit wird zu einem Vortrag eingeladen, der hoffentlich aussagekräftiger ist als diese Betreffzeile.

„Eckhard, wir vermissen Sie schon“
So versucht der Online-Shop, mich nach vielen Monaten der Abstinenz wieder zu aktivieren. Aber reicht es als Motivation, dass der Shop mich vermisst? Dabei gibt es hier sogar ein Pfund, mit dem man wuchern könnte: Der Fließtext verspricht mir 10% Rabatt auf die nächste Bestellung. Doch bis dahin liest kaum jemand.

Zugegeben: Es ist gar nicht so einfach, den Mehrwert für den Empfänger kurz, knapp und überzeugend auf den Punkt zu bringen. Denn zu lang sollte Ihre Betreffzeile nicht sein, damit auch Nutzer von Smartphones sie auf einen Blick erkennen. 30 bis 40 Zeichen wären ideal. Und in der Tat gibt es manche Unternehmen, die das schaffen:

„– 30 % auf Schuh-Trends für den Winter“
Perfekt mit 40 Zeichen auf den Punkt gebracht: Ich weiß sofort, um was es geht und wo mein Vorteil liegt.

„GEERS lädt Sie kostenlos zum Hörtest ein“
Ebenfalls mit 40 Zeichen schön knapp und klar, aber nur auf den ersten Blick perfekt: Nicht die Einladung ist kostenlos, sondern der Hörtest. Hoffe ich zumindest.

Hüten Sie sich übrigens davor, die komplette Betreffzeile in Großbuchstaben zu setzen oder um fünf Ausrufezeichen als Abschluss zu ergänzen. Solche Mails schieben die meisten Programme automatisch in den SPAM-Ordner, sodass sie die Augen der Zielgruppe nie erreichen.

Richten Sie Ihren Einfallsreichtum lieber auf den Preheader. Was es damit auf sich hat, lesen Sie bald in Teil 6 unserer kleinen Serie.