Sein Sie doch mal leise!

Das ist zumindest das Ergebnis der Studie „State of Engagement“. Das Absurde: Gleichzeitig sind 82% der Befragten davon überzeugt, dass sie genau wissen, wie ihre Kunden angesprochen werden wollen. Woran liegt diese Diskrepanz? Ein Grund ist sicherlich die unglaublich riesige Filterblase, in der sich ein Großteil der Branche befindet. In diesem Mix aus Eitelkeit und Selbstüberschätzung gibt es nur ein einziges großes Ziel: Befriedigung des eigenen Egos durch eine maximal-spektakuläre Kampagne. Allein, die Kunden erreicht man damit in der Regel nicht. Das liegt nicht nur daran, dass Max Mustermann nicht in Superlativen denkt und lebt. Das hat seinen Grund auch darin, dass die Menschen in Zeiten des digitalen Überangebots an Werbung, an Kampagnen, an Scoops schlicht nicht mehr die Aufmerksamkeitsspanne haben, sich lange mit einem Produkt zu beschäftigen. Will ich erst ein drei-minütiges Video sehen, um am Ende zu erfahren, dass es gar nicht um ein für mich relevantes Produkt geht? Seien wir doch einmal ehrlich: Die wenigsten aktuellen Kampagnen wurden für Kunden entwickelt. Sie dienen vielmehr als Bewerbungsvideo für Cannes und Co.

Was kann die Branche also tun? Die Lösung ist denkbar simpel: Sich einfach mal wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren. Was wünschen sich Kunden? Was erwarten sie von einem Produkt? Wie bringe ich es effektiv an Frau und Mann? Wie wäre es zur Abwechslung mal wieder mit Klarheit in der Bildsprache? Mit einfachen und ehrlichen Aussagen (Werbung muss nicht zwingend lügen oder dick auftragen)?

Das ist kein Plädoyer zur Rückkehr zum guten alten Handzettel oder zur langweiligen Broschüre. Doch aktuell werden Verbraucher auf unendlich vielen Kanälen mit vermeintlich immer aufregenderen Botschaften bombardiert. Warum sich diesem Trend nicht einfach mal entgegenstellen. Auch verständliches Marketing kann digital, multikanalfähig und spektakulär sein. Wie das geht? Lassen Sie uns drüber reden!